Montag, 3. Dezember 2018

Über mein großes Vorbild ... Astrid Lindgren

 Die Menschheit hat den Verstand verloren:

Tagebücher 1939-1945

Vorneweg: Dass Astrid Lindgren meine absolute Lieblingsschriftstellerin und in vielerlei Hinsicht auch eine Art Vorbild ist, wissen die meisten, die mich kennen. Ganz klar, dass ich auf der Buchmesse gleich zu Ullmann an den Stand musste, denn dort gab es etwas ganz Besonderes zu sehen: Die Enkelin der schwedischen Schriftstellerin stellte dort die Tagebücher ihrer Großmutter vor und hatte die Original-Bücher(!) dabei :-) ... WAHNSINN! Hammer. Die echte Handschrift mit Tinte zu sehen, ist einfach total unglaublich. Entsprechend hoch war der Andrang! Glücklicherweise hatte ich am Nachmittag noch ein sehr informatives Gespräch mit Swea Starke vom Verlag, die mich als Journalistin und Bloggerin so wunderbar betreut! Na, klar hab ich mich direkt für das Buch beworben und darf es nun rezensieren.

Zum Buch: Es umfasst 576 Seiten und es ist so unfassbar locker geschrieben, dass man nicht glaubt, dass das die originalen Tagebücher sind, unbearbeitet. Man merkt hier schon deutlich, dass sie aus Leidenschaft schreibt. Übrigens erwähnt sie, dass sie das Manuskript zu "Pippi Langstrumpf" eingereicht hätte bei einem Verlag und ein wenig über sich selbst lächelte, als sie sich kurz vorkam wie eine "echte Schriftstellerin" ... wenn sie da schon geahnt hätte, welchen Hype sie auslöst. 



Unglaublich bodenständig, praktisch, mit Träumen - das schon, aber den Fokus immer auf die Familie gerichtet. Sehr persönlich. Wobei sie in diesen Tagebüchern hauptsächlich von den Vorgängen während es Zweiten Weltkriegs berichtet: Nachdenklich und betroffen, aber auch mit ihrem so unverwechselbaren Tonfall stellt sie in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den weiteren ersten Schreibversuchen. Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.  Zudem findet man in dem Buch die originalen Zeitungsausschnitte aus der Zeit zur Dokumentation - alle eingeklebten Artikel und Zeitzeugen in Form von Bescheiden, sind für die Leser übersetzt worden. 


Das durchbricht zwar den Lesefluss und ist nicht immer leicht zu verstehen, aber es katapultiert einen förmlich in diese Zeit. Man lebt mit ... und sieht die ganze Geschichte vom Zweiten Weltkrieg mal aus schwedischer Perspektive. Was unglaublich gut tut, nachdem wir es ja in der Schule in nahezu JEDEM Fach aus deutscher Sicht durchgekaut haben ... 

Fazit: Für alle Lindgren-Fans ein MUSS. Für alle, die sich für Geschichte interessieren, ein MUSS. Für alle, die eine großartige Schriftstellerin kennenlernen möchten, ein MUSS. Noch Fragen?

Facts zum Buch:
Preis: 24 Euro
ISBN: 978-3550081217
Verlag: Ullstein Hardcover 

Lust bekommen? Hier bekommt ihr das Buch:






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