Sonntag, 2. April 2017

Vierzig Herbste


Vierzig Herbste - eine Familiengeschichte 
im Kalten Krieg


So, ich muss voranschicken: Ich liebe Familiensagen, die sich mit der echten Geschichte verweben und man so ganz nebenbei ein wenig klüger wird. Quasi, ohne, dass man es merkt ... und dieses Buch schafft das ganz hervorragend. Zumal ich wirklich der Meinung war, zu wissen, wie es den Menschen damals im Osten ging. Denn eine meiner Freundinnen gelang mit ihren Eltern die Flucht. Das war 1986 und ich in der sechsten Klasse. So etwas vergisst man nicht. Trotzdem: So genau konnte ich das Bild nicht mehr erinnern oder die vergangenen Jahre haben den Weichzeichner darübergelegt.

Und darum geht's: 
Washington, D.C., 1966: Als Nina fünf Jahre alt ist, erfährt sie, dass sie eine Großmutter hat, die eingeschlossen hinter einem „Vorhang“ lebt, weit entfernt in einem fremden Land. Eines Tages, so versichert ihr die Mutter, wird Nina ihre Oma kennenlernen. Und Nina denkt: Es ist doch nur ein Vorhang – warum kann man die Stoffbahnen nicht einfach beiseite ziehen? Sie weiß noch nicht, dass die Wurzeln ihrer Familie in Ostdeutschland liegen. Die Welt ist in zwei Machtblöcke geteilt.

Siebzehn Jahre später steht die US-Geheimagentin Nina Willner in Ostberlin. Sie soll den Militärgeheimnissen der Sowjets in der DDR auf die Spur kommen. Eine gefährliche und riskante Mission, die sie zwar hinter den berüchtigten Eisernen Vorhang führt, nicht aber ihrer Familie im Osten des Landes näher bringt. Als Agentin der US-Army ist es Nina strikt verboten, Kontakt zu den Menschen in der DDR aufzunehmen. Nur von Fotografien kennt sie ihre Verwandten, die hinter der Mauer leben: ihre resolute, regimekritische Großmutter, ihre freiheitshungrige Tante Heidi und ihre Cousine Cordula, die es als Radsportlerin bis ins Nationalteam der DDR gebracht hat. Wird sie ihnen jemals begegnen? Nina ahnt nicht, welch ungeahnte Wendung die Geschichte einmal nehmen wird …



Die Autorin: 
Nina Willner hat ihre eigene Familiengeschichte zu Papier gebracht. Es ist ihr hervorragend gelungen, die Familientragödie von allen Seiten zu beleuchten und dennoch nie ins Kitschige abzudriften. Ich hoffe, sie bleibt dem Schreiben treu und wird noch weitere Familiengeschichten verfassen - auch wenn es dann nicht ihre eigene ist.








Fazit: Liest sich sehr interessant, zuweilen äußerst spannend, man nimmt sich gerne ein paar Ideen für die eigene Familie mit - Stichwort: Familienmauer!! Also ich hatte es an drei Tagen durch, besser gesagt an drei Abenden. Eben weil es sich so flott liest. Höchst empfehlenswert!


Facts:
Erschienen im Propyläen Verlag
Preis: 25 Euro (und jeden Cent wert)

ISBN: 13 9783549074770

Mehr über mich findet ihr hier!


Kaufen? Gerne!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen